71° 10′ 21″ N , 25° 47′ 4″ O

Von Senja aus startete unsere Reise weiter Richtung Norden.

Wir hatten noch einige Kilometer vor uns bis zum heiß ersehnten Ziel und stressten uns deshalb kein bisschen. Je weiter wir in den Norden fuhren desto weniger Häuser sahen wir und die Dörfer an denen wir vorbei kamen wurden immer kleiner. Die Anzahl an Wohnmobilfahrern blieb jedoch stets gleichhoch. Am Abend fanden wir einen sehr tollen Platz zum übernachten und da Simon seit mehr als einer Woche Brennholz mitschleppte entschieden wir uns ein paar Burger zu grillen.

Grillmeister Simon

Es war ein wunderschöner Platz mit Ausblick über den gesamten Fjord und die umliegenden Berge. Simon hat auf dem Bild zwar eine kurze Hose an, aber es wurde deutlich kälter je weiter wir nordwärts fuhren.

Nach dem Essen ist vor dem Essen.
Norwegen hält überall ein tolles Panorama bereit.

Wir haben vor ein paar Wochen angefangen „Kino-Abende“ im Wohnmobil zu halten. Wenn wir eine stabile Wlan-Verbindung irgendwo entdecken laden wir uns ein paar Folgen FRIENDS (ja wir kennen beide Friends nicht wirklich – ein hoch auf die 90’s Kids) auf Netflix runter und genießen echtes Camper Kino Feeling.

Einblicke in unsere Abendgestaltung.

Am nächsten Tag gings für uns weiter und da Simon’s Onkel Josef uns von der kleinen Stadt Hammerfest erzählte und dem berühmt berüchtigten Eisbärenclub, wollte ich nichts wie hin um ihm beizutreten.

In Hammerfest angekommen war es bereits spät am Abend und wir suchten uns weiter außerhalb einen Platz um zu übernachten. Auf dem Weg sahen wir soviele Rentiere das es mir bereits unter den Fingern juckte und ich unbedingt eines fotografieren wollte. Ich schnappte mir Maki (ja blöd Wildlife-Fotografie zu versuchen und dann einen Hund mitzunehmen – aber er muss auch raus) und wir kletterten einen Hang hoch weil ich dahinter ein paar Rentiere vermutete. Auf dem steilen Weg hinauf lagen überall rießige Kothaufen und ich wusste das ich eine heiße Spur hatte. Ich ließ Maki frei laufen als plötzlich eine ganze Herde aus ca. 8 Tieren vor ihm davon liefen. Ich pfiff den Hund zurück, schickte ihn ins Bleib (bin richtig Stolz darauf das er das so gut kann) und versuchte den Tieren heimlich zu folgen. Maki wartete währenddessen brav hinter einem Hügel wo sie ihn nicht sehen konnten. Plötzlich rannten die Tiere auf mich zu und ich bekam ein bisschen Bammel, da ich nicht wusste wie friedlich sie Menschen gegenüber sind und es vergessen hatte vorher zu googeln. Ich wedelte mit den Armen hoch über meinem Kopf um größer zu wirken und es half tatsächlich. Die ganze Herde blieb plötzlich stehen und stand wie angewurzelt da. Ich blieb ganz ruhig und wartete was sie als nächstes machen würden. Dann fingen sie einfach nur an zu fressen und ich nutzte die Chance für ein paar Fotos:

now kiss

Ok, eigentlich eine ziemlich unspektakuläre Sache, wie Kühe fotografieren nur ein bisschen schreckhaftere Tiere.

Mutter mit Baby glaub ich haha

Am nächsten Morgen fuhren wir an einen Camping Platz in Hammerfest da wir dringend wieder mal Wäsche waschen mussten (Nr. 3 bisher). Dann gings in die Stadt:

Der Eisbär ist das Wappentier von Hammerfest.

Es lag grad ein Kreuzfahrtschiff von Aida im Hafen vor und wir waren nicht die einzigen Touristen in dieser kleinen Stadt. Hammerfest wirbt damit die nördlichste Stadt der Welt zu sein, nach ein bisschen Recherche fanden wir heraus das dies gar nicht der Fall ist bzw. nicht mehr. Im Museum erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt, berühmte Persönlichkeiten wie der Schiffskoch Lindström und die Robbenjagd.

Eine sehr berühmte Persönlichkeit ist der Beluga Wal Hvaldimir. Der aus Russland stammende Wal besucht den Hafen von Hammerfest ab und zu und kann dann von Touristen fotografiert werden. Wir hatten leider Pech und er war nicht vor Ort als wir nach ihm Ausschau hielten.

Alles in allem war Hammerfest definitiv den kleinen Umweg wert und am nächsten Tag kam der letzte Etappenabschnitt zum Nordkap:

Wir fuhren ca. drei Stunden und Simon konnte es kaum erwarten endlich anzukommen:

Was wir bis dato gar nicht wussten ist das das Nordkap auf der Insel Hameroy liegt und durch einen 6870m langen Tunnel, der 200m tief unter dem Ozean verläuft, erreicht werden kann.

69

Uns kamen unzählige Wohnmobile, Touristenbusse, Radfahrer und Motorradfahrer entgegen. Wir ahnten das am nördlichsten Punkt Europas einiges los sein musste. Als wir da waren mussten wir an eine Schranke noch 35€/pP. blechen und hatten somit die Berechtigung 24h am Parkplatz des Nordkaps zu parken.

Nach 41 Tagen und 5.793 gefahrenen Kilometer war es soweit:

Geschafft!

Um die Erdkugel tummelten sich unzählige Leute die alle ein Foto machen wollten – so wie wir. Wir hatten Glück mit dem Wetter und freie Sicht über den gesamten Horizont. Es war zwar extrem kalt und durch den starken Wind fühlten sich die 5°C an wie -10°C, aber wir freuten uns wie kleine Kinder endlich das Nordkap erreicht zu haben. Die Norweger haben sich für die 200.000 Touristen jährlich gut vorbereitet und es gibt ein großes Gebäude mit Souvenirshop, Cafe & Bars, Eiskapelle, kleinem Kino und offiziellem Postamt. Wir kauften uns eingie Postkarten und gingen zurück zum Wohnmobil um ein bisschen zu feiern!

Unser erster Sticker! (die anderen sind alle noch von Josef und Hildegard)

Zum Sonnenuntergang gingen wir nochmal zum Globus um ein paar Fotos zu machen.

Perfekter Sonnenuntergang am Nordkap
Die letzten Fotografen.
Das Eismeer sagt Gute Nacht.

Wir verabschieden uns offiziell von Norwegen und die Reise führt uns nun durch Finnland hinab Richtung Baltikum. Bis dann!

Simon’s Freudensprung mit perfekter Kulisse.

3 Antworten auf „71° 10′ 21″ N , 25° 47′ 4″ O

  1. Ich hoffe ihr habt euch inzwischen mit dem Sekt oder mit einem kräftigen Schluck aus dem Flachmann wieder aufgewärmt. Gute Reise bis zum nächsten Hotspot!

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