libre comme l’air

Nach langer Zeit gibts jetzt wieder mal was von uns zu lesen. Nach dem Themenpark Puy du Fou gings für einen kurzen Abstecher nach La Rochelle und dann weiter in das kleine Dorf Rochefort. Dort besuchten wir einen Botanischen Garten mit über 1500 Begonien Exemplaren. Im Internet stand das es auch Führungen in Englisch gibt, leider hatten wir Pech und mussten an einer in Französisch teilnehmen. Unser Führer war so ein kleiner französischer Hippie und unsere Gruppe bestand aus fünf Pensionisten, Simon und mir. Wir waren in diesem großen Gewächshaus sowas wie die super seltenen Begonien und wurden dementsprechend auch argwöhnisch gemustert. Deshalb taten wir einfach eine Stunde lang so als wären wir Franzosen und würden verstehen was unser Hippie versuchte zu erklären.

Unser nächster Stopp war in Saintes wo wir das Gallorömische Amphitheather erkundeten und mehr über Gladiatorenkämpfe und Hinrichtungen im 1. Jahrhundert unter Kaiser Claudius erfuhren. Leider habe ich keine Bilder mehr davon auf dem Rechner, aber es sah ungefähr so aus wie das Colosseum in Rom nur kleiner und weniger Steine. Es ist auch das 2. größte erhaltene Coloseum der Welt.

Danach fuhren wir in die 18.000 Einwohner Stadt Cognac um mehr über den Herstellungsprozess des Weinbrandes zu erfahren. Es gibt mehrere Möglichkeiten an Führungen durch die Destillerien teilzunehmen, wir entschieden uns spontan für Hennessy da wir direkt gegenüber am Fluss einen schönen Stellplatz fanden. Für nur ca. 30 Euro wurden wir mit einem kleinen Boot dem Fluss Charente entlang gefahren damit wir das Anwesen von weiter fern begutachten konnten, bekamen in einem abgefahrenen Showroom eine tolle Übersicht über das Herstellungsverfahren sowie Vertrieb und Marketing des Cognacs, durften durch einen Kellerraum mit gelagerten Fässern laufen in dem teilweise mehr als 100 Jahre alter Eau de vie lagerte und danach an einer Verkostung teilnehmen.

Mit jeder Menge Lichteffekten und Videos – ein toller Showroom!
Die Fässer werden teilweise in geringen Mengen noch händisch hergestellt damit dieses besondere Handwerk nicht verlernt wird. Wenn ein Küfer sein erstes Fass fertiggestellt hat dann wird dieses mit einem Strauß Blumen gekennzeichnet.

Da uns der Blick hinter die Alkoholproduktion so gut gefiel und wir kurz vor Bordeaux waren, wollten wir natürlich auch mehr über die Weinherstellung wissen und fuhren in das kleine UNESCO geschützte Örtchen St. Emilion das von weitläufigen Weinbergen umgeben war. Im Chateau La Croizille hatten wir zuerst ein schönes Picknick auf der Terrasse mit Blick über deren eigene Weinberge. Anschließend durften wir zwei Weingute besichtigen und natürlich gabs auch wieder eine Verkostung.

Ausblick auf die Weinberge.
Die verschiedenen Böden tragen viel zum Geschmack der einzelnen Reben bei.

Am nächsten Tag machten wir noch einen kurzen Abstecher in die Stadt Bordeaux, spazierten der längsten Shoppingstraße Europas entlang (zum Glück war Sonntag!), liefen durch die rießige Markthalle und landeten schließlich vor dem Place de la Bourse mit seinem „Miroir d‘ Eau“, dem weltweit größten Reflexionsbecken. An dem Tag hatten wir strahlend blauen Himmel und stattliche 30 Grad, da kam uns dieser Wasserspaß gerade recht!

Saint Catherines Passage in Bordeaux
Die Oper.
Hier werden Austern traditionell mit Brot, Butter und Weißwein serviert.
Alle paar Minuten wird entweder alles mit Wasser bedeckt oder Dunst auf den 2450 Quadratmetern erzeugt. Hatte soviel Spaß im Wasser und vergessen ein gutes Bild zu machen. UPSI

Nach über einem Monat in Frankreich war es langsam Zeit für uns Richtung Spanien aufzubrechen, da wir pünktlich zu Simons 30. Geburtstag in Portugal sein wollten. Ein absolutes Highlight hatten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch vor uns. Unser Weg führte uns wieder Richtung Küste in die Stadt Arcachon, genauer gesagt nach Gujan-Mestras (Port de Larros). Dort wird nämlich seit 1860 die Austernzucht betrieben, und da Simon ein absoluter Meeresfrüchte Fan ist war es natürlich ein Muss dorthin zu fahren. Wir gehörten zu den vielen Europäern die noch nie in den Genuss von Austern gekommen sind, da wir aber nicht einfach nur Austern futtern wollten sondern die Zeit hatten uns ausgiebig mit der Thematik zu beschäftigen, führte uns unser Weg (wie so oft :D) in ein kleines Austernmuseum – „Maison de l’Huitre“. Dort erfahren die Besucher Alles über Austern, zum Beispiel dass die im Becken von Arcachon gezüchteten Austernbabys ursprünglich aus Japan stammen, weil sie größer sind und mehr Fleisch besitzen als die zuvor gezüchteten portugiesischen Austern. Die Bucht von Larros bieten die perfekten Vorraussetzungen für die Austernaufzucht und Generationen von Austernzüchtern lagern dort ihre Drahtmatten auf denen sich hunderte Tiere sammeln, sowie die „Blanchir“ (Weiße Dachziegel) an denen die Jungtiere haften, abgeschabt werden und an andere Austernzüchter weiterverkauft werden.

Die Ziegel werden in eine Kalkmischung getaucht bevor sie für die Jungtiere ausgesetzt werden.
In diesen Matten sind die älteren Austern und werden regelmäßig gedreht damit sie schön rund wachsen.
Austern waren Anfangs ein Essen für Arme Menschen, danach nur noch für Reiche. Angeblich gab es eine Zeit in der auf Speisekarten einfach nur 150 Austern als Speise angeboten wurde.

Nach unserem Besuch in dem Museum liefen wir dem Port de Larros entlang wo sich viele kleine Restaurants angesiedelt haben und wir uns ein Schickes aussuchten um unsere ersten Austern auf traditionelle Weise zu essen:

Die Austern werden ganz unspektakulär mit Wein, Schalotten, Essig und Zitronensaft angeboten.

Nachdem wir uns die Bäuche mit Austern vollgeschlagen hatten gings zur größten Wanderdüne Europas – der Dune du Pilat! Leider hatte es nach dem Mittagessen extrem angefangen zu Regnen, deshalb warteten wir in unserem Wohnmobil darauf bis es aufhörte. Und wir hatten Glück! Nach nur einer Stunde ließ der Regen nach und wir packten unsere Flip Flops und liefen durch einen schönen Wald rüber zur Düne. Wir wussten überhaupt nicht was uns erwarten würde, aber als wir zur Düne kamen waren wir einfach nur überwältigt wie wunderschön es war!

Durch diesen kurzen Waldabschnitt gings zur Düne.
Im Hintergrund ist sie schon gut zu erkennen.

Der Weg auf die Düne rauf war sehr beschwerlich, ungefähr so wenn man versucht einen rießigen Schneehügel raufzulaufen. Aber nach jedem Schritt wurde die Aussicht besser:

Auf dem Weg zum „Sandgipfel“
Und Oben angekommen ein wunderbarer Ausblick.

Die Dune du Pilat ist 110 Meter hoch, 500 Meter breit und ca. 2,7km lang. Eine Menge Platz für uns zum austoben! Da wir direkt zur Düne raufliefen als der Regen aufhörte waren wir die einzigen die oben waren, außerdem lichtete sich die Wolkendecke und die Sonne kam sogar zum Vorschein! Wir waren einfach richtige Glückspilze an dem Tag! Normalerweise wimmelt es auf der Düne nur von Touristen – sie für sich ganz alleine zu haben war etwas wirklich besonderes:

Magic Moment

Dieser Tag war wirklich ein absolutes Highlight in Westfrankreich und ein krönender Abschluss nach dem wir fünf Wochen durch dieses überraschend tolle Land gereist sind. Wir machten noch einen kleinen Abstecher in Biarritz und konnten direkt an einem schönen Strand die letzte Aussicht auf Frankreich genießen. Dann gings ganz flott über die Grenze und unser Abenteuer in Spanien lag bereits vor uns – mehr dazu gibts nächstes mal, bis dann!

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